Micha, 24 Jahre:
Kontakt mit Drogen hatte ich schon früh, bereits im Alter von 12 Jahren war es für mich normal, zu rauchen und Alkohol zu trinken. Durch meine Neugier kam ich auch schnell in den Genuss illegaler Suchtmittel. Mit Cannabis fing es an, mit Heroin endete es. Anfangs bekamen meine Eltern nichts mit, später schon – aber das war mir egal. Meine Persönlichkeit hatte sich stark verändert, ich bekam Schwierigkeiten in der Schule und auch mit der Polizei. So lernte ich auch zwangsweise zahlreiche Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen kennen, die versuchten, mich wieder auf den richtigen Weg zu kriegen. Doch ohne Erfolg, da die Drogen mich zu sehr in ihrer Gewalt hatten. Wie gesagt, mir war alles egal. Wichtig war mir der Kontakt zu meinen Clique und zu den Drogen. Mit 15 Jahren pfiff ich mir alles rein, was ich nur kriegen konnte. Vor allem Ecstasy und Speed hatten es mir angetan. Erst nur am Wochenende, dann täglich, dann in Verbindung mit weiteren Drogen. In der Schule lief schon lange nichts mehr. Der Komplettabstieg führte mich von der Realschule über die Hauptschule bis zum BVJ. Um mir die Drogen zu finanzieren, baute ich immer mehr „Scheiss“. Einmal verkaufte ich sogar meinen neuen PC für 60 DM – um mir damit 3 Pillen und was zu trinken zu organisieren. Der Trip war okay, doch am nächsten Tag fing alles von neuem an. Kein Geld, keine Drogen und jetzt noch nicht einmal mehr mein PC! Mit 18 Jahren „floh“ ich zum Bund, ich wollte weg, weg von meinen „Freunden“, weg aus meiner Stadt. Ich wollte einen Neuanfang. Doch leider vergebens. Ich nahm zwar nicht mehr so viel Chemie, aber aber dafür trank ich jeden Abend mit meinen neuen Kumpels. Ein Teufelskreis. Zurück in Schwäbisch Gmünd fand ich Arbeit bei einer Zeitarbeitsfirma. Drogen gehörten nach wie vor zu meinem Leben. Mal besser, mal schlechter. Irgendwann bekam ich dann auch eine Auflage, zu einer Beratungsstelle zu gehen. Im Suff hatte ich mich mal wieder daneben benommen. Von der Beratung versprach ich mir nicht viel, wer sollte mir helfen und vor allem: wie konnte man mir überhaupt helfen? Die Drogenberaterin war mir aber nicht unsympathisch und irgendwie fand ich es gut, dass wir uns nicht über meine Vergangenheit sondern mehr über meine Zukunft unterhielten. Außerdem hatte ich das Gefühl, so akzeptiert zu sein wie ich bin. Und dass man mich ernst nahm. Ich musste mich nicht verstellen, keine Show abziehen. Dennoch war es nicht leicht für mich, mir einzugestehen, dass ich Hilfe nötig hatte. Therapie?, ich doch nicht, dachte ich. Es dauerte also einige Wochen und Monate bis ich mich auf eine Therapie einließ. Kurz vor Weihnachten ging ich zu Four Steps nach Lorch-Waldhausen. Ich war der Jüngste dort und hatte es erst schwer, Fuß zu fassen. Doch mit der Zeit merkte ich, dass mir der Abstand ganz gut tat. Ich bekam mehr Verantwortung, wurde sogar Gruppensprecher, was mir sehr gut tat. Außerdem waren die Therapeuten ganz okay! Dass ich nach Gmünd kam und gleich in die ambulante Therapie wechseln konnte, war wichtig. Sonst ist der Übergang zu krass. CleanStart gibt mir die Möglichkeit, meinen eigenen Weg zu gehen und doch jemanden im Rücken zu haben. Der Gruppenzusammenhalt ist gut. Ich habe das Gefühl, dass wir gut aufeinander aufpassen. Ich kann eine Menge lernen. Es gefällt mir, dass wir nicht immer nur reden, sondern auch mal was gemeinsam unternehmen. Die Kombination zwischen „Einzel“ und „Gruppe“ ist okay. Im Einzel hast Du Zeit für Dich, in der Gruppe triffst Du auf Menschen, die ähnliche Probleme wie Du selbst haben. Ich habe mich übrigens entschieden, die Maßnahme zu verlängern. Das spricht doch für CleanStart, oder?
Ines, 36 Jahre
Mit 15 Jahren habe ich mit Kiffen angefangen. Im Alter von 22 Jahren war ich heroinabhängig. Immer wieder versuchte ich es auf eigene Faust, von den Drogen wegzukommen. Irgendwann führte mein Weg zur Drogenberatung. Dadurch kam ich ins Methadon-Programm. Seit meiner Therapie (Dezember 2006 – März 2007) bin ich drogenfrei. Damit es so bleibt, beschloss ich, eine ambulante Therapie zu machen. Ich bin sehr froh, dass es diese Möglichkeit für mich gab. Somit stand ich mit meinen alltäglichen Problemen nicht alleine da. Durch die Therapeuten erhielt ich immer wieder neue Anstöße, über mein bisheriges Leben und vor allem über meine Zukunft nachzudenken. Es wurden mir unter anderem durch Rollenspiele meine jeweiligen Situationen verdeutlicht und ich konnte dementsprechend handeln. Auch die Tatsache, dass die anderen Gruppenmitglieder mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten, gab mir das Gefühl, nicht alleine zu sein. Ich fühlte mich verstanden, wir konnten uns austauschen und gegenseitig stärken. Ich finde es also gut, dass es CleanStart gibt. Ich hoffe, dass CleanStart noch vielen Menschen auf ihrem Weg in ein cleanes Leben hilft. |